Der ehemalige deutsche Nationalspieler Didi Hamann hat den FC Bayern München und dessen Neuzugang Ismael Saibari scharf kritisiert. In einem Interview mit der Bild Sport äußerte sich der 53-Jährige am Dienstag negativ über die Qualitäten des 25-jährigen Mittelfeldspielers.

Hamann, der 59 Länderspiele für Deutschland absolvierte, sagte wörtlich: "Ein Saibari ist ein wunderbarer Fußballer, aber er ist zu langsam. Der ist ja nicht schnell, er ist wie ein schlechter Kane." Der Kommentar bezieht sich auf die rund 50 Millionen Euro, die Bayern an PSV Eindhoven für Saibari überwiesen haben. Im selben Transferfenster verpflichtete der Rekordmeister auch Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt für eine Ablöse von 50 Millionen Euro plus Boni.

Wo Saibari im Kader von Vincent Kompany steht

Trainer Vincent Kompany muss nach dem Double-Erfolg der vergangenen Saison eine veränderte Mannschaft formen. Mit dem Abgang von Spielern wie Guerreiro, Goretzka und Jackson verlor der Kader über 100 Einsätze und mehr als 25 Tore. Saibari wird im System des 40-jährigen Belgiers primär als Ersatz für Stürmer Harry Kane gesehen. Obwohl der Marokkaner theoretisch auf vier Positionen spielen kann, traut man ihm aktuell nur die Rolle hinter dem Engländer zu. Auf den Außenbahnen gilt Serge Gnabry als die klar bessere Option. Die Zukunft von Alphonso Davies ist weiterhin ungewiss, ebenso wie die langfristige Planung um Jamal Musiala.

Wie sich die Investitionen bisher auszahlen

Saibari debütierte in der Bundesliga am dritten Spieltag, als er beim 5:1-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart eingewechselt wurde. In der 82. Minute legte er den Ball für Aleksandar Pavlovic auf das 4:1 vor. In der Nachspielzeit assistierte er dann noch Luis Diaz zum Endstand. Eine Woche später blieb er bei der 0:0-Pleite gegen Schalke 04 jedoch weitgehend blass und zeigte kaum offensive Aktionen. Diese Leistungsschwankungen unterstreichen Hamanns Bedenken. Die aktuelle Squad-Übersicht zeigt, wie Kompany seine Mannschaft um die teuren Neuzugänge herum aufbaut.

Was die Geschwindigkeitskritik für Bayern bedeutet

Die Analyse von Hamann trifft einen neuralgischen Punkt. Harry Kane ist bekanntlich nicht der schnellste Stürmer, und mit Saibari würde Bayern einen weiteren Spieler ohne Tempostärke in zentralen Offensivpositionen einsetzen. In einer Liga, die zunehmend auf Dynamik und schnelle Übergänge setzt, könnte das ein strategisches Problem werden. Der Verein setzt dennoch auf die technischen Fähigkeiten des Spielers. Die kommenden Fixtures werden zeigen, ob Saibari seine Nische findet. Nächste Woche steht das Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach an.

Die Kritik von Didi Hamann wirft Fragen über die Transferstrategie des deutschen Meisters auf. Ob Saibari die hohen Erwartungen erfüllen kann, muss sich in den nächsten Wochen auf dem Platz beweisen. Sein Vertrag bei Bayern München läuft bis zum Sommer 2030.