Der SV Elversberg muss am kommenden Sonntag ohne seinen Cheftrainer Vincent Wagner gegen den FC Bayern München antreten. Das DFB-Sportgericht wies den Einspruch des Aufsteigers gegen die automatische Sperre des 40-Jährigen ab, wie die Sportredaktion der Welt am Montag berichtete.

Wagner hatte im Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am vergangenen Samstag eine Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter Martin Petersen erhalten. Das Spiel endete mit einem 4:3-Erfolg für Elversberg, doch die Freude war für den Trainer getrübt. Petersen verwies ihn in der 85. Minute des Spiels von der Seitenlinie. Die automatische Sperre für das nächste Pflichtspiel wurde nun bestätigt.

Warum wurde der Protest abgelehnt?

Das Sportgericht sah keine Grundlage für eine Ausnahme nach Paragraph 11 Nummer 3 der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung. In der schriftlichen Begründung hieß es, es gebe keine Anhaltspunkte für einen offensichtlichen Schiedsrichterfehler. Die Richter verwiesen zudem auf die ständige Rechtsprechung des Europäischen Fußballverbandes UEFA zu automatischen Sperren.

Der DFB-Sportrat fand ebenfalls keine Hinweise darauf, dass die automatische Sperre grob unbillig oder willkürlich sei. Ein Einspruch gegen die Entscheidung kann innerhalb von 24 Stunden beim DFB-Sportgericht eingelegt werden. Für Elversberg bedeutet dies eine schwierige Ausgangslage im Heimspiel gegen den Rekordmeister. Die Partie findet am Sonntag um 17:30 Uhr statt und ist Teil der aktuellen fixtures des Bundesliga-Kalenders.

Was sagte der betroffene Trainer?

Vincent Wagner zeigte sich nach der Entscheidung fassungslos. „Ich habe wirklich nichts gemacht“, sagte der 40-Jährige. „Gemeckert habe ich nicht. Das möchte ich mal festhalten. Ich bin auch nicht gerannt, habe auch nicht gewunken.“ Er empfand die Strafe als dreifache Bestrafung, die Gelb-Rote Karte im Spiel, die Sperre für die Bayern-Partie und den Imageschaden.

Schiedsrichter Martin Petersen hatte seine Entscheidung im Nachhinein erläutert. „In der ersten Szene ist es so, dass der Trainer Wagner auf das Feld läuft und das ist per se schon eine Unsportlichkeit und wird dann mit Gelb bestraft“, so Petersen. Die zweite Gelbe Karte folgte kurz darauf, nachdem Wagner weiter protestiert haben soll.

Wie bewerteten Experten die Situation?

Schiedsrichterobmann Knut Kircher äußerte sich in der Sendung „Doppelpass“ auf Sport1 zu dem Vorfall. Er bezeichnete die Situation als „letztlich unglücklich“ und merkte an, dass Alternativen denkbar gewesen wären, um die Gelb-Rote Karte zu vermeiden. Kircher betonte jedoch, dass die Entscheidung auf dem Platz getroffen wurde und nun die rechtlichen Konsequenzen trägt.

Für Elversberg kommt die Sperre zur denkbar ungünstigsten Zeit. Die Mannschaft steht nach dem emotionalen Sieg gegen Gladbach mit gestärktem Selbstbewusstsein da, muss nun aber die wichtigste Partie der Saison ohne ihren Chef vom Spielfeldrand bestreiten. Die aktuelle standings zeigen, dass jedes Punkt gegen den FC Bayern München besonders wertvoll wäre.

Wie bereitet sich Elversberg auf Bayern vor?

Das Trainerteam um Wagner muss nun schnell eine Lösung für die Kommunikation während des Spiels finden. In der Regel übernimmt der Co-Trainer oder ein weiterer Mitarbeiter des Stabs die Anweisungen an die Spieler. Die Vorbereitung auf den Rekordmeister läuft jedoch weiter unter Wagners Regie, da er bis zum Spieltag uneingeschränkt trainieren lassen darf.

Die Spieler von Elversberg kennen die Bayern-Elf aus den squad-Listen und den bisherigen Bundesligaspielen. Die Aufgabe bleibt enorm, doch der Aufsteiger hat in dieser Saison bereits bewiesen, dass er Überraschungen liefern kann. Der Sieg gegen Mönchengladbach war der bisherige Höhepunkt. Nun wartet mit Bayern der nächste große Name auf dem Spielplan.

Die Partie am Sonntag ist für Elversberg das siebte Bundesliga-Spiel der noch jungen Saison. Die Mannschaft will den positiven Trend fortsetzen und auch gegen die Münchner eine gute Figur machen. Die Sperre für Vincent Wagner stellt dabei eine zusätzliche Hürde dar, die das Team überwinden muss.