Trainer Vincent Kompany hat sein Experiment mit Nathaniel Brown als offensiven Mittelfeldspieler bei Bayern München vorerst beendet. Der 50-Millionen-Euro-Neuzugang spielte in den ersten beiden Pflichtspielen der Saison auf der ungewohnten Position, berichtet Goal.com in einem Artikel von dieser Woche.

Mit Jamal Musiala, Serge Gnabry, Lennart Karl und Neuzugang Ismael Saibari fehlten Kompany zu Saisonbeginn gleich vier etablierte Optionen für die Rolle hinter dem Sturm. Überraschend zog er den ehemaligen Frankfurter Nathaniel Brown dem erwarteten Tom Bischof vor und setzte den Linksverteidiger im kreativen Zentrum ein. "Am Anfang war es von mir nicht so gut, in den ersten Minuten bin ich nicht wirklich reingekommen", sagte Brown nach seinem Debüt. Gegen Borussia Dortmund im Supercup gelang ihm dann ein wichtiges Tor.

Warum spielte Brown als Zehner?

Kompany begründete die ungewöhnliche Personalie mit Browns Spielintelligenz. "Für uns sind die Räume für die Außenverteidiger manchmal ähnlich wie die eines Zehners. Er ist unglaublich gut zwischen den Linien", erklärte der Trainer. Joshua Kimmich zog einen Vergleich zu einem ehemaligen Bayern-Spieler. "Vom Profil her kann er die gleichen Positionen spielen wie Raphael Guerreiro. Er kann Linksverteidiger, Rechtsverteidiger, in dieser Zehner-Position, aber auch außen spielen", sagte Kimmich. Brown selbst gab an, überrascht gewesen zu sein, zeigte sich aber anpassungsfähig.

Welche Spieler kehren für die Offensive zurück?

Die Personalsituation im offensiven Mittelfeld hat sich deutlich entspannt. Jamal Musiala fehlte nach zwei Kollapsen in Testspielen, die auf eine neurologische Dysfunktion zurückgeführt wurden. Die Dosierung seiner Medikation wurde angepasst und der 23-Jährige könnte laut Kompany schon am nächsten Wochenende bei Schalke zurückkehren. Ismael Saibari, der sich bei der WM eine Muskelverletzung zuzog, zeigte beim 5:1 gegen Stuttgart bereits seine Qualitäten mit zwei Vorlagen. Auch Lennart Karl, der sich einen Muskelfaserriss zuzog, und der seit April verletzte Serge Gnabry stehen kurz vor dem Comeback.

Die Rückkehr dieser Spieler macht Browns Einsatz als Zehner überflüssig. Für die Tiefe des Kaders bleibt der 22-Jährige dennoch wertvoll. Er bietet Backup-Optionen auf beiden Außenbahnpositionen, im defensiven Mittelfeld und kann im Notfall erneut offensiv aushelfen. Auf unserer squad Seite ist die aktuelle Personaldecke in der Offensive einsehbar.

Was bedeutet das für die linke Abwehrseite?

Für Nationaltrainer Jürgen Klopp ist die Rückkehr Browns in die Defensive eine gute Nachricht. Der Linksverteidiger soll im deutschen Team eine wichtige Rolle übernehmen. Bei Bayern hat Brown dort mit Alphonso Davies jedoch einen hochkarätigen Konkurrenten. Der Kanadier kehrte gegen Stuttgart überzeugend in die Startelf zurück und hofft, seine Verletzungsprobleme hinter sich zu lassen. Davies ist nicht so vielseitig wie Brown, gilt auf seiner Position aber als weltklasse. Die kommenden Aufgaben des Teams sind in unserem fixtures Kalender verzeichnet.

Mit der Rückkehr der Offensivspieler konzentriert sich Kompany nun auf die eigentliche Stärke von Nathaniel Brown. Das Experiment als Zehner war eine Notlösung, die der Trainer aufgrund der Verletzungssituation wählte. Es zeigte die Flexibilität des Neuzugangs, doch die Rückkehr von Musiala, Saibari und Co. beendet dieses Kapitel vorerst. Brown bleibt eine wertvolle Option für mehrere Positionen und erhöht die Wettbewerbsintensität im Training, was der Mannschaft insgesamt zugutekommt. Die aktuelle Verletztenliste des FC Bayern findet sich auf unserer injuries Übersicht.