Alphonso Davies kämpft beim FC Bayern um seinen Platz als Linksverteidiger. Der kanadische Nationalspieler sieht sich nach einer langwierigen Verletzung und Formkrise einer starken Konkurrenz durch Neuzugang Nathaniel Brown gegenüber, wie ein Bericht von Goal.com diese Woche darlegt.
Davies erlitt im Februar 2025, kurz nach der Unterzeichnung seines bis 2030 laufenden Vertrags, einen Kreuzbandriss. Er fehlte neun Monate und kehrte nicht zu seiner alten Stärke zurück. In der vergangenen Saison erreichte er eine Spitzengeschwindigkeit von nur noch 35,11 km/h. Damit landete er auf Platz 39 der schnellsten Spieler der Bundesliga. Nathaniel Brown, für 50 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt verpflichtet, kam dagegen auf 35,78 km/h und belegte Rang 11. Diese Daten sind auf unserer stats Seite einsehbar.
Wer ist der neue Konkurrent Nathaniel Brown?
Nathaniel Brown hat sich in der Vorbereitung unter Trainer Vincent Kompany einen Vorsprung erarbeitet. Während Davies in München an seiner Fitness arbeitete, absolvierte Brown die Asientournee und überzeugte. Der 22-Jährige gilt technisch versierter und spielt mit einer besseren Spielintelligenz. Bei seiner offiziellen Vorstellung nannte Brown selbst „Schnelligkeit“ und „Raumorientierung“ als seine größten Stärken. Sein Transfer war eine der teuersten Verstärkungen des Sommers für den FC Bayern.
Die aktuelle Mannschaftsplanung mit allen Spielern ist auf unserer squad Übersicht dokumentiert. Brown wird als direkter Konkurrent für die linke Außenbahn gesehen, wo Davies seit der Triple-Saison 2019/20 unangefochten gespielt hatte.
Warum ist Davies' Situation so kompliziert?
Die Probleme für Alphonso Davies sind vielschichtig. Nach seiner Rückkehr von der WM mit Kanada, wo er nur 16 Minuten spielte, zog er sich einen Muskelfaserriss zu. Seine athletischen Qualitäten, insbesondere seine Explosivität und Geschwindigkeit, haben seit der Verletzung spürbar nachgelassen. „Spieler mit seinem Profil leben noch mehr von ihrer körperlichen Verfassung“, heißt es in dem Bericht. Die gesundheitlichen Rückschläge bremsen ihn buchstäblich aus.
Hinzu kommt der finanzielle Druck. Davies verdient nach seiner Vertragsverlängerung ein jährliches Grundgehalt von 15 Millionen Euro, plus Bonuszahlungen und eine Signing Fee von 22 Millionen Euro. Sollte seine sportliche Leistung dauerhaft hinter den Erwartungen zurückbleiben, würde er in eine ähnliche Situation wie ehemalige Teamkollegen geraten. Leon Goretzka, Serge Gnabry und Kingsley Coman wurden nach lukrativen Vertragsverlängerungen ebenfalls mit Leistungsproblemen konfrontiert.
Was plant Trainer Vincent Kompany?
Vincent Kompany muss eine Lösung für die linke Seite finden. Für die Position des linken Flügelstürmers ist Luis Diaz gesetzt. Als Alternativen gelten der junge Arijon Ibrahimovic oder ein Einsatz von Jamal Musiala oder Serge Gnabry aus der Innenposition. In Testspielen probierte Kompany auch Bara Ndiaye und den 17-jährigen Maycon Cardozo aus. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Davies in dieser Saison auch auf der Offensivposition zum Einsatz kommt, wo er früher für Kanada spielte.
Die Terminplanung mit den nächsten Pflichtspielen, beginnend mit dem Supercup gegen Borussia Dortmund am 22. August, ist auf dem fixtures Kalender zu finden. Kompany wird seine Aufstellung von der aktuellen Form abhängig machen.
Wie geht es für Alphonso Davies weiter?
Sportdirektor Max Eberl hat einen Verkauf von Alphonso Davies in dieser Transferperiode ausgeschlossen. Man setzt im Verein weiter auf eine Rückkehr des 25-Jährigen zu alter Stärke. Davies gilt als positiv eingestellter Charakter und ist für die Vermarktung auf dem nordamerikanischen Markt wichtig, ähnlich wie Min-Jae Kim für Asien.
Letztlich entscheiden aber die Leistungen auf dem Platz. Sollte Davies den Wettbewerb gegen Nathaniel Brown verlieren und eine weitere enttäuschende Saison spielen, könnte er zum Verkaufskandidaten werden. Sein Vertrag bis 2030 würde dann eine hohe Hürde für einen Transfer darstellen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Davies seinen Stammplatz zurückerobern kann.
