Leon Goretzka hat Bayern München nach acht Jahren verlassen und wechselt ablösefrei zu Aston Villa. Der 31-jährige deutsche Nationalspieler unterzeichnete am Dienstag beim englischen Premier-League-Klub und beendet damit seine lange Zeit beim Rekordmeister.

„Ich hatte einen etwas längeren Urlaub, und es war ein Prozess herauszufinden, was ich wirklich wollte. Vom ersten Moment an hatte ich ein wirklich gutes Gefühl, und ich bin wirklich glücklich, hier zu sein“, sagte Goretzka. Er betonte, dass er vom ersten Gespräch mit Trainer Unai Emery überzeugt war und Aston Villa als einen wirklich großen Klub sehe. Seine Aufgabe sei es nun, dem Team mit seiner Erfahrung zu helfen, seine Ziele zu erreichen.

Bei Bayern war Goretzka in den letzten Jahren zunehmend in die Rolle eines Ergänzungsspielers gerückt. Unter Trainer Vincent Kompany kam er in der vergangenen Saison primär von der Bank, ein Umstand, der auch seinen Abschied nach Auslaufen seines Vertrags im Juli beschleunigte. Insgesamt brachte es der Mittelfeldspieler auf 312 Einsätze und 51 Tore für die Münchner, mit denen er sieben Meisterschaften und die Champions League 2020 gewann.

Karriere am Scheideweg

Sein Wechsel nach England markiert einen Wendepunkt in der Karriere des 73-fachen Nationalspielers. Goretzka wiederholte in der Endphase seiner Bayern-Zeit stets, dass er um seinen Platz kämpfen wolle, musste aber schließlich akzeptieren, dass die Klubführung nicht mehr mit ihm plante. Die Verpflichtung des jungen Aleksandar Pavlovic aus der eigenen Jugend hatte sein Schicksal letztlich besiegelt.

Für die deutsche Nationalmannschaft war Goretzka zuletzt nur noch Ergänzungsspieler. Bei der WM in diesem Sommer kam er unter Julian Nagelsmann auf nur 96 Minuten Spielzeit in drei Partien. Ob ihn der neue Bundestrainer Jürgen Klopp noch einmal berufen wird, ist ungewiss. Ein Neustart in der Premier League könnte seiner internationalen Laufbahn neuen Schwung geben.

Villa selbst sucht nach der 0:4-Auftaktpleite bei Brighton und der langfristigen Verletzung von Amadou Onana Verstärkung fürs Mittelfeld. Allerdings ist auch in Birmingham die Konkurrenz groß, mit dem jungen Schweizer Talent Johan Manzambi als direkter Konkurrent. Die komplette Übersicht über den aktuellen Kader zeigt die personellen Möglichkeiten von Trainer Emery.

Goretzka, der einst von seinem Bochumer Jugendtrainer Peter Neururer als „Jahrhunderttalent“ bezeichnet wurde, bringt unbestritten große Erfahrung in große Spiele mit. Er selbst sagte, er freue sich darauf, „in diesen großen Spielen alle paar Tage zu spielen“, was einen der größten Unterschiede zur Bundesliga darstelle. Seine nächste Aufgabe wird es sein, sich in der neuen Umgebung zu behaupten und seinen Platz in der Startformation von Aston Villa zu erobern. Die kommenden Spieltermine der Villans werden zeigen, wann er sein Debüt geben könnte.