Bayern-München-Chef Jan-Christian Dreesen hat sich klar hinter die Reformpläne für die Regionalliga gestellt. Der 59-Jährige unterstützt das sogenannte Kompass-Modell von DFB-Präsident Bernd Neuendorf, das ab der Saison 2028/29 allen vier Regionalliga-Meistern den direkten Aufstieg in die 3. Liga ermöglichen soll.

Dreesen sitzt in der Bundesliga-Präsidentschaft, die das Modell einstimmig befürwortet. Zunächst einmal scheint ihm das Kompass-Modell der beste Kompromiss zu sein, sagte der Bayern-CEO. Entscheidend sei aus sportlicher Sicht, dass endlich jeder Meister direkt aufsteigt. Die Reform würde die Zahl der Regionalligen von fünf auf vier Staffeln reduzieren, aufgeteilt in Nord, West, Süd und Ost.

Entscheidung im Dezember

Der DFB-Bundestag soll am 18. Dezember über die Pläne abstimmen. Für eine Annahme ist eine Zweidrittelmehrheit der Delegierten nötig. Dreesen äußerte die Hoffnung, dass diese Mehrheit zustande kommt. Er gibt Bernd Neuendorf absolut recht, dass der Fußball beim Thema Reformen nicht zum Sinnbild für Stillstand werden darf, so Dreesen weiter. Er forderte ein rasches Handeln im Sinne des Fußballs.

Die Reform ist besonders für Bundesliga-Klubs mit ihren Zweitmannschaften relevant. Bei einer internen Abstimmung der Verbände Ende Juni hatten nur der Norden, Nordosten und Westen das Kompass-Modell unterstützt. Der Südwesten und Bayern votierten dagegen. Die Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten begrüßte zwar die Einberufung des DFB-Bundestags, garantierte aber keine Mehrheit für das aktuelle Modell.

Alternative Vorschläge im Raum

Als mögliche Alternative könnte BFV-Präsident Christoph Kern eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Mannschaften mit fünf Absteigern vorschlagen. Dies wäre bei Beibehaltung der fünf Regionalligen ohne DFB-Statutenänderung und mit einfacher Mehrheit möglich. Eine andere Idee ist die Einführung einer zweigleisigen vierten Liga oberhalb der Regionalliga. Neuendorf betonte, dass auf dem Bundestag auch Änderungsanträge oder Gegenvorschläge zum Kompass-Modell eingebracht werden können.

Das Kompass-Modell sieht vor, mit Hilfe von KI Vereine auf die vier Staffeln zu verteilen, um Reisewege zu minimieren. Clubs in Grenznähe könnten zwischen den Spielzeiten die Staffel wechseln. Die erste Mannschaft von Bayern München ist von diesen strukturellen Diskussionen zwar nicht direkt betroffen, konzentriert sich aber auf den laufenden Spielbetrieb. Die Bayern kamen zuletzt mit einem Auswärtssieg beim SV Elversberg in die Länderspielpause, wobei Harry Kane ein Tor vorbereitete und selbst traf. Die aktuelle Form der Mannschaft lässt sich in unseren statistiken nachvollziehen. Die nächsten Termine stehen im spielplan.

Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des deutschen Fußball-Pyramiden-Unterbaus fällt am 18. Dezember.

The original report is at Bild Sport